News | 26.03.2019

„Ich kann hier viel bewegen.“ Ein Quereinsteiger im Gespräch

Wer sollte besser über unsere duale Ausbildung informieren als jemand, der gerade mittendrin steckt? Bastian Metzner, seit 2017 Auszubildender im Pankower Kindergarten "Schneckenhaus", spricht über seine Erfahrungen mit dem Quereinstieg.

Warum haben Sie sich für die berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher entschieden?

Ich habe Grundschulpädagogik und Englisch studiert, habe das Studium aber gegen Ende abgebrochen. 20 Jahre lang habe ich in der Gastronomie gearbeitet. Ich habe mir irgendwann nicht mehr vorstellen können, den Beruf bis zur Rente auszuüben. Bei der Erziehung meines Sohnes habe ich dann festgestellt, dass ich lieber mit jüngeren Kindern arbeiten möchte. Sie sind einfach ehrlicher, authentischer, weniger gesellschaftlich „gefärbt“. In dieser Zeit kann ich viel bewegen, was die Entwicklung von Kindern angeht.

Wo sehen Sie die Vorteile der berufsbegleitenden Ausbildung?

Es war für mich aufgrund der Finanzierbarkeit der einzige Weg, in den Beruf zu kommen*. Außerdem hat es mich gereizt, von Anfang an in die Praxis zu gehen. (*Unsere Auszubildenden erhalten ein monatliches Entgelt und werden nach geltendem Tarifrecht bezahlt. Anm. d. Red.)

Wie gestalten sich die Phasen von Theorie und Praxis im Verlauf der Ausbildung?

Ich bin für einen Tag in der Woche in der Pro Inklusio – Fachschule für Sozialpädagogik und die restlichen vier Tage in der Praxisstelle mit den Kindern. Ich bin lieber hier als in der Schule. Am Anfang habe ich viel intuitiv getan ohne den entsprechenden fachlichen Hintergrund. Ich kann jetzt vieles, was ich in der Schule lerne, unmittelbar umsetzen. Umgekehrt kann ich die Praxis in die Schule bringen. (*Die zukünftigen Jahrgänge haben zwei Schultage in der Woche. Anm. d. Red.)

Was lernen Sie in der Schule?

Unter anderem lerne ich dort viel über lern- und gesundheitspsychologische Grundlagen, das Berliner Bildungsprogramm, die Zusammenarbeit mit Eltern und der kompletten Lebensumwelt der Kinder, sowie über Team- und Gruppenstrukturen. Es gibt den Bereich musische Bildung, wo wir auch selbst kreativ tätig sind. Die Inhalte sind sehr umfassend und komplex, aber sie liegen mir sehr.

Was war bis jetzt die prägendste Erfahrung für Sie? Was war bislang Ihre größte Herausforderung?

Am Anfang war es eine Herausforderung, in einem Kindergarten mit 200 Kindern und vielen Eltern tätig zu sein und die Masse der Eindrücke zu verarbeiten. Aber das Team hat mich warm und herzlich empfangen. Die Kinder waren von Anfang an interessiert und aufgeschlossen. Aus einem fremden Berufsfeld kommend, war ich am Anfang unsicher: „Ist der Beruf das Richtige?“ Die ersten Tage haben mich davon überzeugt: „Das ist es.“

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf besonders gut?

Die Vielseitigkeit. Jeder Tag ist anders, und man weiß nie, was passiert. Ich habe einen Plan, aber ob es so passiert, weiß ich nicht. Kinder sind ehrlich und direkt. Wenn sie keinen Spaß haben, oder schöne Sachen erleben, sagen sie es sofort. Für mich ist wichtig, dass die Kinder einen schönen Tag hatten.

Sprechen Sie aufgrund Ihres Englisch-Studiums mit den Kindern Englisch?

Wir singen manchmal englischsprachige Lieder. In der Weihnachtszeit haben wir ein Buch in englischer Sprache vorgelesen. In diesem Alter geht es nicht darum, Englisch zu lernen, sondern mit der Sprache in Berührung zu kommen. Die Kinder fragen dann: „Was steht auf Deinem T-Shirt? Was heißt das?“

Wo sehen Sie sich beruflich in der Zukunft?

In naher Zukunft möchte ich in der Kita als Erzieher arbeiten, mit jüngeren Kindern.

Was würden Sie Menschen raten, die sich für die Ausbildung zum*r Erzieher*in interessieren? Welche Eigenschaften und Stärken sollte er*sie mitbringen?

Lebensfreude, Offenheit, Spontaneität, ein offener Blick für die Bedürfnisse der Kinder, und die Fähigkeit, sich selbst auch mal zurückstellen.

Was wünschen Sie sich für den Erzieherberuf für die Zukunft?

Eine größere gesellschaftliche Anerkennung und eine stärkere Wahrnehmung dafür, was Erzieher*innen leisten. Kinder sind die Zukunft und deshalb ist unsere pädagogische Arbeit von grundlegender Bedeutung. Ich wünsche mir, dass dieser Gedanke in der Gesellschaft ankommt. Und mehr finanzielle Unterstützung von Staat und Wirtschaft.

Jetzt online bewerben bis zum 29. März 2019: Starten Sie zum 1. August 2019 Ihre Ausbildung beim größten Kita-Träger Berlins!

Weitere Informationen und Kontakt:

Kindergärten NordOst - Eigenbetrieb von Berlin
Kerstin Schmolla (Koordinatorin der dualen Berufsausbildung)
Telefon: (030) 42080 7852

Ausbildungskindergarten

Kindergarten "Schneckenhaus"

Neumannstr. 7
13189 Berlin

Weitere Artikel:

28.11.2019

14. Tag der Bildung

Am 27. November 2019 luden die Kindergärten NordOst abermals die Pädagog*innen zum Tag der Bildung ein. Im Hotel ABACUS widmeten sie sich diesmal dem Thema Gesundheitsmanagement.

News
28.11.2019

10.Stellen- und Praktikumsbörse in der Jane-Addams-Schule

Am 27. November präsentierten sich die Kindergärten NordOst in der Jane-Addams-Schule, der Fachschule für Sozialpädagogik in Friedrichshain.

News
27.11.2019

Personalversammlung

Montag der 18. November 2019. Anlässlich der jährlichen Personalversammlung der Kindergärten NordOst platzte das Kino Kosmos Berlin an der Frankfurter Allee aus allen Nähten.