Pressemitteilung Nr. 62 | 16.12.16

Berliner Kitabündnis mahnt zu mehr Qualität

Der Kita-Ausbau darf sich nicht auf die Schaffung neuer Plätze beschränken

Berlin - Für das Berliner Kitabündnis war es ein sichtbarer Erfolg: Seine Forderungen zur Förderung der Kinderbetreuung in Berlin wurde fester Bestandteil der Koalitionsvereinbarung für die 18. Legislaturperiode des Berliner Senats. "Wir freuen uns, dass die frühkindliche Bildung im Land Berlin weiterhin einen hohen Stellenwert hat", heisst es in der aktuellen Pressemitteilung des Bündnisses vom 15.12.16. Die Verbesserung der Qualität dürfe dabei jedoch nicht hintenanstehen.

In seinem gerade veröffentlichten Positionspapier zum Koalitionsvertrag fordert das Kitabündnis die Landesregierung daher auf, neben dem quantitativen Ausbau auch die Gewinnung von Fachpersonal und die Ausbildung von Nachwuchskräften nachhaltig voranzutreiben. Der Erzieherberuf müsse eine Aufwertung erfahren. Die Kita-Träger brauchen beim Ausbau von Praxisstellen und bei der Sicherstellung einer fachlichen Anleitung der Auszubildenden mehr Unterstützung.

Klare Erwartungshaltung an den Berliner Senat

Die Investition in den Standortfaktor Kindertagesbetreuung ist für Bündnis eine grundlegende Voraussetzung, um die erreichte Qualität frühkindlicher Bildung in Berlin zu sichern. "Sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen, wäre für die volle Wirkungsentfaltung und Nachhaltigkeit der Qualität der Berliner Kindertagesbetreuung der falsche Schluss", formuliert das Kitabündnis in seinem Positionspapier. Der Leitungsschlüssel müsse sich auf 1:90 verbessern; die Praxisanleitung für die Auszubildenden zur/m Erzieher/in sollte auf die gesamte Dauer der Ausbildungszeit ausgeweiten werden . "Wir erwarten die Umsetzung dieses Vorhabens ab dem kommenden Kita-Jahr 2017/2018."

Tagesbetreuung für jedes Kind

Im Zusammenhang mit dem Kita-Ausbau begrüßt das Kitabündnis die Initiative zur Entwicklung eines Familienfördergesetzes. Es sieht vielfältige Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarmut vor, zu denen auch ein Teilzeit-Kitagutschein für alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr gehören soll. Jedes Kind soll den Gutschein unabhängig einer Bedarfsprüfung unter Beteiligung der Eltern zu seinem ersten Geburtstag zugeschickt bekommen. Der Senat arbeite damit an einer "gesamtstädtischen Strategie für die Zukunft der Kinder in unserer Stadt", deren Realisierung das Kitabündnis in den nächsten Jahren aktiv begleiten möchte.

Ansprechpartner und weitere Informationen:
Michael Witte (Pädagogischer Geschäftsleiter)
Telefon: (030) 420 80 78-21
E-Mail: geschaeftsleitung[at]kigaeno.de

Weitere Ansprechpartner im Berliner Kitabündnis:
Gabriele Kelch, Diakonisches Werk, Telefon: (030) 820 97-228, E-Mail: kelch.g[at]dwbo.de
Dorothee Thielen, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Telefon: (030) 860 01-179, E-Mail: thielen[at]paritaet-berlin.de
Christiane Weißhoff, GEW, Telefon: 0171 200 27 63, E-Mail: christiane.weisshoff[at]gew-berlin.de
Babette Sperle, Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden e.V. (DaKS), E-Mail: babette.sperle@daks-berlin.de

Über die Kindergärten NordOst im Berliner Kitabündnis:

Seit 2008 engagieren sich die Kindergärten NordOst – Eigenbetrieb von Berlin im Berliner Kitabündnis (www.berliner-kitabuendnis.de). Als Gründungsmitglied und landeseigener Träger fühlen wir uns seinem Auftrag der Förderung der frühkindlichen Bildung in Berlin besonders verpflichtet. Gemeinsam mit einer Vielzahl an anderen öffentlichen und freien Trägern, Verbänden, Gewerkschaften und Elternvertretungen setzen wir uns im Berliner Kitabündnis für die nachhaltige Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Qualität in der Kinderbetreuung in Berlin ein.