Pressemitteilung Nr. 6 | 27.04.17

Sozialassistenz als Chance für die Kindergärten NordOst

Die Senatsverwaltung setzt mit der neuen Quereinstiegsregelung eine lange Forderung des Eigenbetriebs um.

Berlin - Seit längerem setzten sich die Kindergärten NordOst bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie für die Beschäftigungsmöglichkeit von Sozialassistenten/innen ein. In der neuen Regelung "Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung" des Landes Berlin ist diese Forderung nun berücksichtigt worden: Sozialassistenten/innen, die über einen mittleren Schulabschluss verfügen, können nun auf den Personalschlüssel angerechnet werden, wenn sie innerhalb von 24 Monaten die berufsbegleitende Ausbildung zur/m staatlich anerkannten Erzieher/in beginnen. Die Regelung tritt ab dem 1. Mai 2017 in Kraft.

„Wir sehen hier die Chance, viele sehr engagierte und geschätzte Sozialassistentinnen und -assistenten, die bisher als Zeitarbeitskräfte bei uns tätig waren, nun nach Tarifrecht einstellen zu können", sagt der Kaufmännische Geschäftsleiter Robert Ehrenpfordt. "Dies war vorher nicht möglich, wodurch diesen potentiellen Fachkräften bisher der Weg in einen Kindergarten verwehrt war."

Ehrenpfordt: "Zuwachs im Erzieherberuf ist nicht nur über Lohnerhöhungen zu erreichen."

Die Kritik der Gewerkschaft GEW Berlin der drohenden Qualitätsverschlechterung kann der Eigenbetrieb nur bedingt teilen. "Über die berufsbegleitende Ausbildung erhalten Sozialassistentinnen und -assistenten bei entsprechender Eignung die Möglichkeit, sich zur staatlich anerkannten Erzieherin und Erzieher qualifizieren zu lassen, so wie andere Quereinsteiger auch. Die von uns angebotene Ausbildung folgt dabei hohen Qualitätsansprüchen", sagt Ehrenpfordt.

"Zuwachs im Erzieherberuf ist nicht nur über Lohnerhöhungen zu erreichen. Auch die Wertschätzung und Anerkennung aller pädagogischen Fachkräfte im Träger sind wichtig für eine zukunftsfähige Personalpolitik. Andere Bundesländer beweisen seit Jahren, dass die Arbeit mit Sozialassistentinnen und -assistenten funktioniert."

Akuter Fachkräftemangel im Land Berlin

Mit den Anpassungen der Regelung "Fachkräfte in Tageseinrichtungen für Kinder" reagiert die Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Familie auf den akuten Fachkräftemangel in Berlin. Sie geht von einem Mehrbedarf für das Land Berlin von rund 30.200 Plätzen und rund 7.000 Erzieherstellen bis Ende des Kita-Jahres 2019/2020 aus.

Weitere Informationen und Kontakt:
Mareen Kirste (Unternehmenskommunikation)
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E-Mail: presse<at>kigaeno.de

Weiterführende Links:
Artikel der Berliner Morgenpost vom 26.04.17:
http://www.morgenpost.de/berlin/article210365315/Zu-wenig-Erzieher-Quereinsteiger-fuer-Berliner-Kitas-gesucht.html

Artikel der Berliner Zeitung vom 25.04.17:
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/quereinsteiger-als-erzieher-kita-betreuung-in-berlin-verschlechtert-sich-deutlich-26762082